Thomas Hochörtler, alle Artikel anzeigen
23.10.2026
14 Min. Lesezeit
Grafik zum Website Relaunch der Vienna Capitals: Headline “Wie die Capitals ihre Website neu aufgestellt haben”, dazu Fotos von Eishockeyspielern, das LEAN-CODERS Logo und ein Sticker mit 0,5 Sekunden Ladezeit.

Website Relaunch: Wie die Vienna Capitals mit einem CMS-Wechsel ihre Redaktion unabhängig gemacht haben

Wie wir die Website der Vienna Capitals neu gebaut haben. Schnell am Spieltag, einfach im Alltag.

Kurze Zusammenfassung:

Eine Vereinswebsite ist das Schaufenster zu den Fans. Sie muss am Spieltag halten, wenn Tausende gleichzeitig nach Spielstand, Aufstellung und Tickets suchen, und sie muss am Dienstag ohne Umwege Geschichten erzählen. Genau da lag bei den Vienna Capitals über Jahre das Problem. Wie wir gemeinsam mit dem Verein einen Website Relaunch umgesetzt haben, der beides löst, erzählen wir hier: zuerst für alle, die entscheiden, danach für alle, die wissen wollen, wie es technisch funktioniert.

Was ihr in diesem Artikel findet:

Teil 1: Für Entscheider:innen

Warum sich ein Website Relaunch für die Vienna Capitals ausgezahlt hat

Die alte Website der Vienna Capitals lief auf Contao, einem Content-Management-System, das der Verein seit 2011 im Einsatz hatte. Das Design stammte aus dem Jahr 2015. Für ihre Zeit war die Seite solide. Aber ein Auftritt, der zehn Jahre auf dem Buckel hat, bezahlt dafür irgendwann mit echten Nachteilen. Bei den Capitals zeigten sich diese Nachteile an drei Stellen, und alle drei haben direkt mit Geld und Fanbindung zu tun.

Erstens: die mobile Darstellung. Die meisten Fans schauen am Handy nach, wann das nächste Heimspiel ist, wie es steht oder wer verletzt ist. Die alte Seite war für kleine Bildschirme nie richtig gebaut. Texte waren schwer lesbar, Menüs umständlich, Inhalte sprangen. Wer am Handy hängen bleibt, kommt nicht wieder.

Zweitens: Barrierefreiheit. Eine Website soll für alle funktionieren, auch für Menschen mit Seheinschränkung oder solche, die ohne Maus navigieren. Das ist nicht nur eine Frage des Anstands, sondern auch der Reichweite. Die alte Seite erfüllte das nicht in dem Maß, wie es heute selbstverständlich sein sollte.

Drittens: die Verkaufskanäle. Shop, Ticketing und Hospitality-Angebote waren auf der Seite schlecht sichtbar. Wer nicht findet, wo er Tickets oder ein Trikot kauft, kauft nicht. Das waren entgangene Einnahmen, und zwar jeden Spieltag aufs Neue.

Dazu kam etwas, das sich schwerer in Euro messen lässt, aber für einen Verein mindestens genauso zählt: die Spielerprofile. Sie waren eine reine Tabelle. Name, Nummer, Position, fertig. Keine Geschichte, keine Persönlichkeit, nichts, womit sich Fans identifizieren konnten. Eishockey lebt von Gesichtern und Charakteren. Eine Tabelle baut keine emotionale Bindung auf.

Ein Website Relaunch hat sich für die Vienna Capitals also nicht deshalb ausgezahlt, weil die Seite schöner geworden ist. Er hat sich ausgezahlt, weil Verkaufskanäle sichtbar wurden, Fans am Handy bleiben und die Spieler endlich als Menschen auftreten.

Was Entscheider:innen vor einem CMS-Wechsel wissen sollten

Ein CMS-Wechsel klingt nach einem technischen Thema. In Wahrheit ist es eine Geschäftsentscheidung, und sie sollte auch so getroffen werden. Aus unserer Erfahrung gibt es drei Fragen, die Vorstände und Geschäftsführungen vorab klären sollten. Eine gute Relaunch Beratung nimmt sie ernst, bevor die erste Zeile Code geschrieben wird.

Wie rechnet sich das Ganze?

Ein Relaunch kostet Geld und bindet Zeit im eigenen Team. Dem gegenüber stehen mehrere Posten: höhere Verkaufserlöse, weil Shop und Tickets sichtbar sind, weniger Aufwand im Alltag, weil die Redaktion nicht mehr auf Entwickler warten muss, und geringere Folgekosten, weil ein modernes System leichter zu pflegen ist als ein 15 Jahre altes. Auch der laufende Betrieb fällt ins Gewicht: Die Capitals-Website läuft auf einem europäischen Cloud-Server und kostet im Betrieb nur einen Bruchteil dessen, was bei den großen Cloud-Anbietern üblich wäre. Die Daten bleiben dabei innerhalb der EU. Wichtig ist, diese Rechnung ehrlich zu machen und nicht nur die Projektkosten zu sehen.

Wie viel Zeit braucht das eigene Team?

Ein Relaunch ist kein Projekt, das man bei einer Agentur abgibt und nach vier Monaten abholt. Inhalte müssen gesichtet, Entscheidungen getroffen, Texte und Bilder freigegeben werden. Bei den Capitals hat das gut funktioniert, weil es feste Ansprechpersonen gab, die schnell entscheiden konnten. Plant diese Zeit im Verein von Anfang an ein.

Alles auf einmal oder Schritt für Schritt?

Das ist die Frage nach dem Risiko. Beim sogenannten Big-Bang-Umstieg wird an einem Stichtag von alt auf neu umgeschaltet. Das ist riskant: Geht etwas schief, merken es sofort alle. Die Alternative ist eine schrittweise Migration. Bei den Capitals haben wir den Rollout so gestaltet, dass er nahtlos und ohne Ausfallzeiten abgelaufen ist. Die Fans haben vom Umstieg im Grunde nur gemerkt, dass alles besser funktioniert. Abgesichert haben wir das mit Lasttests unter realen Spieltag-Bedingungen, noch vor dem Go-live, und mit Monitoring danach.

Und was ist dabei herausgekommen? Ein paar Zahlen, die wir gern nennen:

  • Mehr als 5.000 Besucher an Spieltagen, ohne dass die Performance einbricht. Gerade am Spieltag, wenn der Druck auf die Seite am größten ist, läuft sie stabil.
  • Rund 30 Artikel pro Monat, die das Redaktionsteam eigenständig erstellt und veröffentlicht. Ohne Umweg über Entwickler, ohne Tickets, ohne Wartezeit.
  • Deutlich weniger Rückfragen an die Entwicklung. Das liegt an unserem CMS-First-Ansatz: Wir bauen das System zuerst so, dass die Redaktion möglichst alles selbst erledigen kann. Entwickler werden dann gebraucht, wenn wirklich etwas Neues entsteht, nicht für jede Textänderung.

Für Entscheider:innen ist das der eigentliche Gewinn. Es geht nicht um eine neue Optik. Es geht darum, dass die Menschen im Verein, die täglich mit der Website arbeiten, sie wirklich beherrschen.

Welches Team hinter dem Relaunch stand

Viele Vereine rechnen bei einem Relaunch mit einem großen Projektteam. Bei den Vienna Capitals hat ein kleines, eingespieltes Team gereicht: ein Developer, ein Designer und ein Solution Architect von LEAN-CODERS GmbH. Der Designer hat die Seite von den Fans aus gedacht, also von der Handynutzung am Spieltag bis zu den neuen Spielerprofilen. Der Developer hat sie gebaut. Der Solution Architect hat dafür gesorgt, dass alle Entscheidungen zusammenpassen und die Architektur auch in fünf Jahren noch trägt.

Kurze Wege sind der große Vorteil dieses Setups. Wer als Website Relaunch Agentur arbeitet, muss nicht jede Entscheidung durch drei Abteilungen schicken. Der Verein hatte immer dieselben Gesprächspartner, und umgekehrt kannten wir die Anliegen des Vereins aus erster Hand.

Das Projekt dauerte vier Monate, von der ersten Konzeption bis zum Go-live. Danach war nicht Schluss: Wir betreuen die Website laufend, übernehmen Wartung und Weiterentwicklung, und wir sind als Sponsoring-Partner mit den Vienna Capitals verbunden. Das ist uns wichtig, denn eine Website ist kein Projekt mit Ablaufdatum. Sie wächst mit dem Verein mit.

Wer das Projekt in der Kurzfassung sehen will, findet alle Eckdaten in unserer Case Study zur Vienna Capitals Webseite.

Wie das Ganze technisch konkret umgesetzt wurde, zeigt der nächste Teil.

Teil 2: Der technische Teil

Wie die Vienna Capitals von Contao auf eine moderne Architektur umgestiegen sind

Wer eine Website relaunchen will, steht früh vor der Grundsatzfrage: das bestehende System modernisieren oder die Architektur neu denken? Bei den Capitals war die Antwort klar. Contao, seit 2011 im Einsatz, koppelt Inhalte und Darstellung eng aneinander. Das macht es schwer, Seiten flexibel zu gestalten, und jede größere Änderung am Layout bedeutet Eingriffe im Code.

Wir haben die Seite deshalb auf eine entkoppelte Architektur umgestellt: Astro als Frontend und Strapi 5 als Headless CMS.

Astro ist ein Framework, das Seiten möglichst als schlankes HTML ausliefert und JavaScript nur dort lädt, wo es wirklich gebraucht wird. Für eine inhaltsstarke Seite wie die der Capitals ist das ideal: Artikel, Spielerprofile und Spielpläne sind überwiegend Inhalte, keine Web-App. Das Ergebnis sind kleine Seiten, die schnell laden.

Strapi 5 liefert die Inhalte per API. Ein Headless CMS verwaltet ausschließlich die Inhalte: Texte, Bilder, Spielerdaten, Seitenstrukturen. Wie diese Inhalte auf der Website aussehen, entscheidet das Frontend. Dadurch lassen sich beide Seiten unabhängig voneinander weiterentwickeln, und dasselbe Inhaltsmodell kann später auch für eine App oder andere Kanäle dienen. Wer sich genauer mit dem Thema beschäftigen möchte, findet bei uns mehr zu Headless CMS Lösungen.

Besonders wichtig war uns der block-basierte Page-Builder in Strapi 5. Statt starrer Seitenvorlagen stellen wir der Redaktion einen Baukasten aus Blöcken zur Verfügung: Textblöcke, Bildergalerien, Spielerkarten, Sponsorenbereiche, Call-to-Actions. Das Redaktionsteam setzt daraus Seiten selbst zusammen, ordnet sie um und veröffentlicht sie, ohne dass dafür ein Entwickler-Ticket nötig ist. Genau das ist der Hebel hinter den rund 30 Artikeln im Monat, die das Team heute eigenständig produziert.

Technisch heißt das: Jeder Block ist im Frontend eine eigene Komponente und im CMS ein klar definiertes Datenmodell. Neue Blocktypen kann der Developer ergänzen, ohne bestehende Seiten anzufassen. Die Redaktion bekommt dann einfach ein neues Werkzeug im Baukasten.

Auch die Spielerprofile laufen über das CMS. Rund 30 Spieler und Betreuer sind als eigene Inhalte angelegt, mit Position, Größe, Gewicht, Geburtsdatum und Nationalität. Aus der früheren Tabelle ist damit eine echte Kaderübersicht geworden, die die Redaktion selbst pflegt und jederzeit um Fotos, Videos oder weitere Angaben erweitern kann. Bild- und Videomaterial lässt sich einbinden, ohne dass die Seite dadurch langsamer wird.

Im Hintergrund arbeitet ein klassischer, aber sauberer Stack: PostgreSQL als Datenbank, alle Services laufen weiterhin als Docker-Container und sind voneinander isoliert. Die Docker-Images müssen wir dabei nicht selbst bauen: Das übernimmt Dokploy, eine selbst betriebene Deployment-Plattform, die Builds, Rollouts und den Betrieb der Container verwaltet. Gehostet wird auf einem Hetzner Cloud Server. Mit dieser Infrastruktur können wir die Website zu einem Bruchteil der Kosten betreiben, die bei den großen Cloud-Diensten anfallen würden, und das Ganze noch dazu innerhalb der EU.

Wie die Website auch an Spieltagen mit tausenden Besuchern stabil bleibt

Ein Spieltag ist für eine Vereinswebsite der Belastungstest schlechthin. Alle wollen gleichzeitig dasselbe wissen, und zwar jetzt. Wer hier Core Web Vitals verbessern will, also die Messwerte, mit denen Google Ladegeschwindigkeit, Stabilität und Reaktionsfähigkeit einer Seite bewertet, darf sich nicht auf Zufall verlassen. Wir setzen auf zwei Bausteine.

Redis-Caching. Daten, die sich selten ändern, aber oft abgefragt werden, müssen nicht bei jedem Aufruf neu aus dem CMS geholt werden. Wir halten API-Daten und fertige HTML-Antworten in Redis, einem schnellen In-Memory-Speicher, und liefern sie von dort aus. Das entlastet das CMS und die Datenbank massiv. Ob zehn oder mehrere tausend Fans gleichzeitig auf die Seite kommen, macht für das System dadurch kaum einen Unterschied.

imgproxy für Bilder. Bilder sind meist der größte Brocken einer Seite. imgproxy wandelt sie bei Bedarf in das moderne Format WebP um und schneidet sie dynamisch auf die Größe zu, die das jeweilige Gerät braucht. Ein Handy bekommt also kein Bild in Desktop-Auflösung. Die Redaktion lädt ein Originalbild hoch, den Rest erledigt die Infrastruktur.

Das Ergebnis lässt sich messen:

  • Ladezeit von rund 0,5 Sekunden
  • Lighthouse SEO: rund 100/100
  • Lighthouse Accessibility: rund 100/100

Der letzte Punkt schließt den Kreis zur Ausgangslage. Die Barrierefreiheit, die auf der alten Seite fehlte, ist heute messbar auf Top-Niveau. Und die Geschwindigkeit hält auch dann, wenn am Spieltag die Besucherzahlen steigen.

Wie Echtzeit-Spielstände technisch eingebunden wurden

Für Eishockey-Fans ist der Live-Spielstand die wichtigste Information überhaupt. Die Daten dafür kommen von CapsCore, über das wir Spielpläne und Statistiken in die Website integriert haben. Dazu gehören Live-Score und Echtzeit-Updates während des Spiels.

Die Herausforderung liegt weniger im Abrufen der Daten als in der Zuverlässigkeit unter Last. Wenn tausende Fans im Minutentakt den Spielstand aktualisieren, darf die Schnittstelle des Drittanbieters nicht zum Flaschenhals werden. Deshalb laufen auch diese Daten über unsere Caching-Schicht und werden gezielt aktualisiert, statt dass jeder Besucher einzeln beim Anbieter nachfragt. So bleiben Updates aktuell, und die Seite bleibt schnell.

Neben CapsCore sind weitere Drittanbieter eingebunden: Shopify für den Merchandise-Shop und Mailgun für den E-Mail-Versand. Beides sind bewusste Entscheidungen für bewährte Spezialisten statt Eigenbau. Der Shop läuft auf einer Plattform, die genau dafür gemacht ist, und die Seite bleibt schlank, weil wir nicht jede Funktion selbst bauen. Für die Fans fühlt sich alles wie ein Auftritt an. Technisch arbeiten mehrere spezialisierte Systeme sauber zusammen.

Häufige Fragen zum Website Relaunch

Was kostet ein Website Relaunch?

Die Kosten für eine Webseite hängen weniger von der Seitenzahl ab als von vier Fragen: Wie komplex sind die Inhalte und das Design? Welche Systeme müssen angebunden werden, etwa Shop, Ticketing oder Live-Daten? Wie viele Inhalte werden migriert? Und wie viel Funktionalität soll die Redaktion selbst bedienen können? Ein einfacher Auftritt mit wenigen Seiten ist deutlich günstiger als ein Projekt mit Live-Daten, Shop-Anbindung und individuellem Page-Builder. Seriös lässt sich ein Preis erst nach einem Gespräch zu Zielen und Umfang nennen. Rechnet dabei nicht nur die Projektkosten, sondern auch die laufenden Kosten für Betrieb und Wartung mit ein.

Wie lange dauert es, eine Website zu relaunchen?

Das hängt vom Umfang ab. Bei den Vienna Capitals dauerte das Projekt vier Monate, vom ersten Konzept bis zum Go-live, mit einem Team aus Developer, Designer und Solution Architect. Wer seine Website relaunchen möchte, sollte zusätzlich Zeit im eigenen Haus einplanen: für Inhalte, Feedback und Freigaben. Oft sind es gerade diese Abstimmungen, die über die Dauer entscheiden, nicht die Entwicklung selbst.

Worauf sollte man bei der Relaunch Beratung achten?

Eine gute Relaunch Beratung beginnt nicht mit Technologie, sondern mit euren Zielen: Was soll die Seite leisten, wer arbeitet täglich damit, wo entgehen euch heute Einnahmen? Achtet darauf, dass euch jemand auch das Risiko erklärt, etwa Big-Bang oder schrittweiser Umstieg, und dass die Redaktion von Anfang an eingebunden wird. Und fragt nach der Zeit nach dem Go-live: Wer betreut die Seite, wenn sie läuft? Wie wir die Übergabe an die Redaktion bei unserem eigenen Website Relaunch erlebt haben, lest ihr in unserem Erfahrungsbericht zur Definition of Done.

Was sind Core Web Vitals?

Core Web Vitals sind Messwerte von Google, die beschreiben, wie sich eine Website für Besucher anfühlt. Sie bewerten drei Dinge: wie schnell der Hauptinhalt sichtbar wird, wie schnell die Seite auf Eingaben reagiert und wie stabil das Layout beim Laden bleibt, also ob Elemente verrutschen. Gute Werte helfen den Besucher:innen, weil die Seite angenehm funktioniert, und sie fließen in die Bewertung der Seite bei Google ein.

Euer Website Relaunch: Sprechen wir darüber

Ihr überlegt, eure Website zu modernisieren, und wollt wissen, was das für euren Verein oder euer Unternehmen bedeutet? Im Discovery Call klären wir gemeinsam Ziele, Umfang und den passenden Weg, unverbindlich und ohne Technik-Kauderwelsch.

Euer Website Relaunch beginnt mit einem Gespräch

this is the end my friend

Wer hat’s geschrieben

Thomas Hochörtler Solution Architect

Thomas ist Solution Architect mit Fokus auf skalierbare Webarchitekturen und moderne Frontend-Entwicklung. Er konzipiert und entwickelt performante Anwendungen, integriert Systeme und sorgt für nachhaltige, nutzerzentrierte Lösungen mit klarer Struktur und hoher Qualität.